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Captain Lech Rositzky war ein besonnener Mann. Das war auch der Grund, warum man ihn und niemand Anderen für diesen Job ausgewählt hatte. Sein Schiff, die Deimos II, war eines der schnellsten überlichtschnellen Kampfraumschiffe, die die irdische Flotte zu bieten hatte. Trotzdem hatte Rositzky ein mulmiges Gefühl.
„Was ist, Lech?“, fragte Greg Palmer, sein Pilot. Die Beiden waren auch privat seit Jahren befreundet.
„Du machst so ein ernstes Gesicht?“
Lech schreckte aus seinen Gedanken hoch und sah Palmer an.
„Ich habe einfach ein komisches Gefühl bei der Sache. Wie lange betreiben wir jetzt Raumfahrt? Ich meine richtige, überlichtschnelle Raumfahrt?“
Palmer zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Vielleicht zwanzig – dreißig Jahre? Ich weiß nicht genau. Warum?“
„Wir haben in all diesen Jahren unzählige Sonnensysteme angeflogen und katalogisiert“, sagte Rositzky. „Niemals haben wir auch nur einen Hinweis darauf gefunden, dass es noch weiteres, intelligentes Leben im All gibt. Und dann plötzlich diese … was weiß ich. Niemand weiß, wie sie sich nennen, wie sie aussehen. Wir müssen uns auf die Auswertungen der Mathematiker verlassen. Hast du dir diese Leute mal angesehen? Die leben in einem Elfenbeinturm, kann ich dir sagen. Hast du schon mal versucht, dich mit ihnen zu unterhalten?“
Palmer schüttelte den Kopf. „Nicht über Mathematik.“
„Dann versuche das mal. Wenn du auch nur Etwas von dem verstehst, was sie erzählen, dann kannst du es mir ja erklären. Ich habe es aufgegeben. Wenn ich mir nun vorstelle, dass die gesamte Kommunikation mit den Fremden nur über die Berechnungen der Mathematiker lief und alles Wissen – wenn man es überhaupt Wissen nennen kann – nur aus den Berechnungen und Interpolationen der Mathematiker abgeleitet wurde, wird mir schlecht.“
